
Nun gab es doch noch ein paar eisig kreative Tage!

Nun gab es doch noch ein paar eisig kreative Tage!

Die Eiszeit verabschiedet sich, Eisobjekte zerfallen, alles Erhärtete verwässert sich. Der Beweis der Transformation ist spürbar.

Eisbildhauers eisiger Bilderrahmen
Es bleibt ein paar Tage eisig. Schon füllt der Eisbildhauer Gefäße und Tüten mit Wasser. Am Morgen öffnet er dann die über Nacht gefrorenen Eisstücke und bearbeitet sie mit warmer Hand und anderen aufgeheizten Wärmequellen.
Ende März und Minusgrade sind kein Scherz!?
Paradies- und Bildhauer kramt wieder seine gefütterten Handschuhe hervor, füllt abends seine Gefrierkübel auf und kann schon am Märzen-Morgen seine Eisklumpen bearbeiten.

Dabei wärmt er sich an Gedanken und Bildern, die ihn im Unterhemd holzbildhauernd unter der Sonne sehen.
winters ende
da liegt noch ein tag winter vor der tür .
in einem stück hob ich ihn aus der regentonne ,
glatt und weiblich rund geformt, sehr nackt und kalt .
er glitt mir aus den fingern auf den rasen
der platz war gut für eine eisskulptur .
stündlich schmolz er mir dahin; krater, falten formten sich .
heute fiel er sogar um, das war die märzensonne
und morgen komm ich heim, es hat ihn nie gegeben !?
Sicher bin ich nicht der einzige, der im Auto, in der Werkstatt oder draußen ein Gefäß mit Wasser stehengelassen hat. Die Eiseskälte betätigte sich dann als Performer: Plastik- und Blechbehälter verformten sich, quollen über, geschlossene Glasbehälter explodierten. Wer die Splitter aufsuchen musste, erahnte die eisige Sprengkraft.


Schlösser vereisen, Bäche erstarren, Tauben fallen, Äste brechen, Autos ruhen, Dörfer schlafen. Nur die Kofferträger sind noch unterwegs . . . . . mit ihren eingefrorenen Aktien.

Die Bäche und Flüsse verlanden. Vom Ufer her dockt Eis an und erschafft jungfräuliche Flächen. Die Landschaft zeichnet sich im Großen neu. Im Kleinen vergößern unzählige Eiskristalle die Formenvielfalt der Natur. Wer sehen will, möge nach draußen gehen!


Eisbildhauern hat viel mit Formengießen zu tun. Beim „Eiskaltstellen“ denke ich oft an Gips oder Betonarbeiten. Allerdings ist nach der Aushärtung kaum ein Material so zerbrechlich wie Eis.

Tiefkühlschränke sind abgeschaltet. Gefriergut wird auf der Fensterbank gelagert. Der Rosenkohl bleibt gefroren, dank östlicher Winde und regenerativer Kühl-Energie.
Nur kurz einen Eimer o.ä. mit Wasser nach draußen stellen und das Eiswunder entsteht. Dann die erstarrte Oberfläche vorsichtig abheben, in die Senkrechte bringen und die Sonne damit spielen lassen. Wieder drinnen alles vom wärmenden Ofen aus durchs Glas beobachten. Wie anregend können diese Eistage doch sein!

Bei diesen Temperaturen begannen schon vorgestern die Vorbereitungen für die Eisbildhauerei. Nach wenigen Minuten zeigten die Oberflächen ihre charakteristischen Strukturen. Heute startet das kalte Abenteuer!

Ein zartes Wintereis überzieht den Teich, schließt die Regentonnen mit einem kühlen Deckel. Der Wetterbericht verspricht wieder Regen bei milderen Temperaturen!? Ein trauriges Nass für den Eisbildhauer!



Schnee und Eis lassen auf sich warten. Der Bildhauer kann sich mit seinen Winter-materialien nicht auseinandersetzen. Vor einem Jahr sah das ganz anders aus:
