
April 1945. Fast 3.800 ZwangsarbeiterInnen, die nach Gütersloh verschleppt wurden, hoffen auf das Kriegsende und die Rückkehr in ihre Heimat. Doch nicht allen wird es vergönnt sein, ihre Heimat wiederzusehen. 156 von ihnen ließen zwischen 1939 und 1945 ihr junges Leben in unserer Stadt.
Ein Großteil ihrer Gräber liegt auf dem Katholischen Friedhof an der Bultmannstraße. Und die, die z.B. ihre sowjetischen Heimatorte nach der Befreiung lebend erreichen werden, finden verbrannte Erde vor und werden ihr Leben lang als Saboteure geächtet oder schlimmer noch – erneut in Gefangenschaft verbracht. Denn die meisten von ihnen hatten in Gütersloher Firmen Kriegswaffen produziert, die die deutsche Wehrmacht und Luftwaffe auf ihre Dörfer daheim abgefeuert haben.
„Ein Krieg lässt sich sehr leicht beginnen, unvergleichlich schwerer ist es, danach all der Ungeheuer Herr zu werden, die er hervorgebracht hat.“ schrieb Anna S. Politkowskaja (ermordete russische Reporterin und Autorin).
Und die, die uns mit anderen Alliierte 1945 befreit haben, führen nun selbst einen schamlosen Angriffskrieg gegen ihr Nachbarland.
Nun müssen wir zusammen mit den Alliierten die Ukraine von dem Aggressor befreien!
Geschichte wiederholt sich doch!?
Foto: ZwangsarbeiterInnen-Mahnmal hinter der Stadtbücherei


Am heutigen Holocaust-Gedenktag und während der nächsten zwei Tage erinnern sie in ihrem Projekt „verschleppt, vergast, vergessen“ an die Gütersloher Opfer. Die große Kastanie auf dem Berliner Platz ist mit 44 Alltagsgegenständen behängt. Sie sollen die 44 Menschen aus Gütersloh symbolisieren, die durch das unmenschliche NS-Regime aus ihrem Alltag und ihrem Leben gerissen wurden. Schön, dass es noch Jugendliche gibt, die sich für das Schicksal ehemaligen Mitbürger interessieren und dabei ihre Erfahrungen und Gefühle öffentlich anschaulich darstellen. Kompliment und weiter so! Dank auch an die zentrale Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Gütersloh und die Feuerwehr, die die Jugendlichen logistisch unterstützten!