
AAAAAls Erinnerung an aaaaalle namenlos beerdigten Mitmenschen.
Der Gottesacker aller Heiligen muss zum ersten November ordentlich gepflegt sein, sonst könnte die Friedhofsverwaltung den Heiligenstatus absprechen!?
Gebürt nicht auch den Grabpflegenden eine Heiligsprechung? Oder reicht das posthum?
Prozessiere in Coronazeiten heute in Gedanken ohne christlichen Schnickschnack über den Friedhof, bleibe an jener Grabstelle stehen und denke:
Die Menschen haben sich Friedhöfe wahrscheinlich als sehr sicheren Ort für alle Ewigkeit vorgestellt. So kann man sich täuschen. Der Seele aber kann ein umfallender Grabstein wohl nichts mehr anhaben!? Wenn es sie gibt, ist sie flüchtig.
P.S.: Kein aktuelles Foto!
Paradiesbauer entdeckt hinter der Friedhofskosmetik seltsame Dinge
Auf unseren Friedhöfen findet zur Zeit ein großer Wandel statt: Immer mehr Grabstätten bleiben frei, weil die Urnenbestattung mit weniger Platzbedarf stetig zunimmt. Dadurch wird der Grünflächencharakter in städtebaulicher Hinsicht enorm gestärkt!
Auch die Grabsteine werden kleiner und ungefährlicher (siehe oberes Bild)!
Hinter den überwiegend sauber gepflegten Grabstätten und frisch gebürsteten edlen Erinnerungssteinen verbergen sich interessante Stillleben aus leeren Schalen und Kleinwerkzeugen, die mehr über die pflegenden Lebenden als über die Toten erzählen.
Näher kommt man unserer Vergänglichkeit im Angesicht der ungepflegten von Wildpflanzen überwucherten Flächen und Steinen, deren unleserlich vermooste Namen kein Angehöriger mehr blitzblank gebürstet hat.
Richtig nachdenklich und traurig wird einem beim Anblick der in diversen Ecken gesammelten alten Steine, die von den abgeräumten Gräbern entfernt wurden und keine Bleibe mehr finden können.
Wenn es keinen Menschen gibt, der sich an den Verstorbenen erinnern kann, so endet auch die Liebe! (vgl. Inschrift der mittleren Grabplatte)
Die Innenstadtfriedhöfe können von den Straßen Unter den Ulmen, der Friedhofstraße und von der Ludwigstraße aus betreten werden.
Reisefoto: St. James Cemetery in Bath, südwestliches England
Dieser Friedhof an der Böhmerstraße befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Wer etwas freischneiden und aufräumen möchte, möge sich den Schlüssel im Büro der Anne-Frank-Gesamtschule ausleihen.
Im GT-Info-Novemberheft habe ich meinen Gedanken zur veränderten Bestattungskultur auf Papier freien Lauf gelassen. Wer den Text lesen möchte, schlage das Heft auf oder öffne die Startseite www.gt-info.de, downloade die neueste Ausgabe und scralle auf die vorletzte Inhaltsseite, dort gibts meine Ansichtssachen.
Nach dem verheerenden ersten Weltkrieg gedachte man seit 1922 zunächst nur den gefallenen deutschen Soldaten. Erst nach dem unsäglichen zweiten Weltkrieg wurde auch der Opfer aus Krieg und NS-Zeit in den Veranstaltungen zum Volkstrauertag gedacht.
Am heutigen Sonntag ist um 10 Uhr in der Kreuzkirche der LWL-Klinik ein Gottesdienst zum Volkstrauertag mit anschließendem Totengedenken auf dem Klinikfriedhof, wo zahllose Euthanasieopfer verscharrt wurden.
Selbst nach dem Tod sind nicht alle gleich!
Wenn es keine Verwandten oder eine vereinbarte Grabpflege gibt, hinterlässt die Heißzeit auch auf den Friedhöfen ihre Dürrespuren.
„Ruhet in Frieden“ ist ein frommer Wunsch, denn auf unseren Friedhöfen ist immer etwas los, wie die lebenden Blogposthörer es in meinem heutigen Stadtklangbeispiel vernehmen können:
Hier in Betrieb setzen!
Urnenbestattungen verändern das Bild unserer Friedhöfe.
Besucht man in diesen Tagen die letzten Ruhestätten unserer Mitbürger, so fällt auf, dass immer mehr Grabstellen ungenutz bleiben. Da Friedhöfe seit je auch öffentliche Ausstel-lungsorte für Stein- und Holzbildhauer sind, wäre es nicht abwegig, wenn die zumeist eingesähten Teilflächen einer ähnliche Nutzung zugeführt würden.
Liebe Kirchengemeinden, mein zweiter GTopia-Vorschlag in diesem Jahr möchte dazu anregen, die „Leerstände“ mit dem Aufstellen von Skulpturen zu „beleben“.
Gräberfeld auf dem katholischen Friedhof
Der Gedanke an Frieden ist immer noch ein hohles Wort! Wer untergräbt diese Hoffnung?
Im Tod: Lageplan eines Gütersloher Friedhofs mit gekennzeichneten Gräberfeldern
Im Leben: Öffentliche Meinungsabgabe vor der Martin-Luther-Kirche
Wenn man die WächterInnen der ewigen Ruhe passiert, führt ein verwun-schener Weg zu den sehenswerten Gräberfeldern der LWL-Klinik.
Die alte Kirche wird für Ergotherapie (Holz-, Metallwerkstatt u.a.) genutzt.
Draußen vor der alten Kirche gibt es ein offenes Bildhaueratelier zu sehen!
In Erinnerung an einen tragischen Unfall junger Menschen am Westring
„Nutzungsberechtigte, deren Grabmal nicht standsicher ist, werden von der Friedhofsverwaltung des Evangelischen Friedhofs benachrichtigt!“
Auch die Friedhofsbänke müssten mal überprüft werden, nicht dass es dort zu einer Verletzung oder noch schlimmer zu einem Todesfall kommt!?
Nicht nur an Volkstrauertagen sollte man die Kriegstoten besuchen
Der „Ehrenfriedhof Unter den Ulmen“ ist praktischer Geschichtsunterricht und Mahnmal zugleich! Hier ruhen 468 Kriegstote aus den beiden Weltkriegen: Deutsche, Belgier, Franzosen, Niederländer, Polen und Sowjetbürger.
Mehr als die Hälfte der hier Beigesetzten ereilte der Tod im Frühjahr 1945. Jedes dieser Kreuze steht für ein Leben, das zu früh erloschen ist.
Bodenkämpfe hat es in und um Gütersloh nicht gegeben, wohl aber seit 1949 etwa 40 Luftangriffe. Sie galten zunächst dem Fliegerhorst in Marienfeld, später auch der Köln-Mindener sowie der Teutoburger Eisenbahn und führten, vor allem im inneren Stadtgebiet, zu großen Menschenverlusten und Sachschäden. Es gab 290 Bombentote, 77 kamen allein am Totensonntag 1944 ums Leben, davon 19 in der Apostelkirche.
Man trete an die Gräber und bedenke: Dieser ist im Luftkampf gefallen, jener verschied im Lazarett, der kam als Deportierter um. Hier ruht eine Mutter, die mit ihren drei Kindern vom Bombenhagel getötet wurde, dort eine Krankenschwester, die während eines Luftangriffs ihren Eisenbahnwagen verließ, um Verletzten zu helfen und dabei selbst von Splittern getroffen wurde. (Textauszüge des Volks-bundes, veröffentlicht unter www.volksbund.de)
Am heutigen Volkstrauertag, ab 11:30 Uhr, findet auf dem Ehrenfeld eine Gedenk-veranstaltung statt. Sprechen werden die Bürgermeisterin Frau Unger und Herr Wischnath vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ferner sind Klänge des Symphonischen Blasorchesters und Beiträge von Vereinen zu hören und zu sehen.
Zugang von der Straße „Unter den Ulmen“
Durchblick auf Erden ist möglich, Weitblick ins Jenseits unmöglich !
Bis gestern Abend wurde auf den Friedhöfen fleißig geharkt, geschnitten und dekoriert!
Gütersloher Friedhöfe geben unseren Toten einen Ruhe- und uns trauernden Überle-benden einen Begegnungs- und Erinnerungsort.
Um 23 Uhr trafen sich seltsame Gestalten auf dem Parkplatz an der Herzebrocker Straße. Unter dem Motto „Geleitet vom Licht“ haben Mitglieder des Heimatvereins zu einem Lichterführungs-Rundweg über den nächtlichen Johannesfriedhof eingeladen um „ihn ganz neu zu erleben“.
Nicht überliefert ist dem Berichterstatter, ob das Licht durchgehalten hat, ob die Teilnehmer vollzählig blieben und ob die nächtlichen Besucher kurz vor 24 Uhr mit den Toten getanzt haben?
Als nächste Aktion könnte der Heimatverein doch mal ein Wochende Probeliegen anbieten!
Mitte des Jahres läuft der Grabstein-TÜV über die Friedhöfe und wackelt „was das Zeug hält“. Durch Frosteinwirkung u.a. können die Steine locker geworden sein. Grabsteine, die bereits umgefallen sind, werden anschließend abgeräumt.
Der von mir geprüfte und hier abgebildete Stein eines verstorbenen Oberinspektors der heimischen Bauverwaltung steht wie zu erwarten statisch einwandfrei. Das wärs auch noch: Bauingenieur wurde von seinem Grabstein erschlagen !?
F r i e d h o f s k u l t u r i n G ü t e r s l o h
Die Folgen der Kriegshandlungen sind auf Gütersloher Friedhöfen zu sehen
Am Tag der offenen Türe auf den evangelischen Stadtfriedhöfen haben die Besucher ein Paradiesbauer-Foto auf den 2. Platz des ausgeschriebenen Fotowettbewerbs gewählt. Hiermit gebe ich dieses heute einem größeren Kreis zur Ansicht:
Den „Tag der offen Tür“ gibt es nun auch auf dem evangelischen Friedhof. Würstchenduft, Gläsergeklimper und Volksfestatmosphäre auf der einen, Information über Bestattungs-wesen, Grabsteine und Gräberpflege auf der anderen Seite. Alles gut gemeint, doch eben auch mit Verkaufsabsichten garniert. Fehlte eigentlich nur noch das Probeliegen in Fichte oder Eiche.
Im Gegensatz dazu steht allerding die starre und oft nicht nachvollziehbare Fried-hofsordnung, deren Verfechter schon so manchen Wunsch Verstorbener und Trauernder abgelehnt haben. Insbesonders eigenwillig, künstlerisch gestaltetes Grabdesign wird nicht geduldet.
Auch wenn wir im Paradies alle die gleichen Rechte haben werden, so bestimmt auf der Friehofserde immer noch der Geldbeutel die Grabkultur.