
Gütersloh besitzt einige Fußgänger- und Radfahrerbrücken. Zwei davon, eine Nähe Blessenstätte über die Dalke und eine über den Westring im Laufe des Dalkewegs, wurden aus statischen Gründen abgerissen. Bei der kleinen Holzbrücke wartet man wohl auf einen Sponsor, bei der großen müssen beim Neubau 21 Bäume gefällt werden. Das brachte in den letzten Wochen zahlreiche Leserbriefschreiber buchstäblich auf die Palme. Ob die Differenzen noch überbrückt werden können und sich der Wettbewerbssieger um die Bäume schlängeln kann, wage ich zu bezweifeln.
Eine der Überführungen über den Nordring, die Pavenstädter Fußgänger und Radfahrer vom Ohlbrocksweg aus mit der Innenstadt verbindet, wurde bisher selten erwähnt. Dabei ist diese Sichtbetonbrücke das scheußlichste Bauwerk im Westen der Stadt.
Mag die Statik dank klobigem Stahlbeton noch in Ordnung sein, das Erscheinungsbild aber ist katastrophal. Wer diese Brücke nutzt, weiß davon ein Lied zu singen: Unebene Stufen, sporadisch angebrachte Handläufe, Schlaglöcher im Boden, verstopfte Abflussrinnen, eine hervorstechende Metallkante an der Dehnungsfuge und bemoostes Grau zum Grauen.
Eine Sanierung, Auffrischung mit Hochdruckreiniger und Farben könnte die Brücke wiederbeleben, damit einen beim Übergang statt Bunkeratmosphäre ein wohltuendes Geh- und Fahrgefühl begleitet.
(Meine Kolumne erschien im November GT-Info auf der vorletzten redaktionellen Seite)
Im Februarheft des GT-INFOS thematisiere ich die Ungleichbehandlung der verschie-denen Verkehrsteilnehmer. Während die Autofahrer weiter auf dem Ring rasen dürfen, müssen Fußgänger und Radfahrer auf dem Dalkeweg zwei Brücken weiträumig um-schiffen. Mehr dazu auf der vorletzen Seite des Stadtmagazins.


Noch sind die Vorhängeschlösser der Liebespaare in Gütersloh selten zu sehen. Der aus Italien stammende Brauch hatte sich nach dem Erscheinen des Bestsellers „Ich steh auf dich“ schnell in Europa verbreitet. Weil der Schlüssel anschließend mit den Worten „für immer“ in einen Fluss geworfen wird, wurden Brücken zu den geeignetesten Befestigungs-objekten. Allerdings benötigen diese dafür ein filigranes Geländer, damit auch kleine Vorhängeschlösser Halt finden.
Nun hat Gütersloh leider nur ein Dalke-Flüsschen. Es plätschert stellenweise dahin, ist mehrfach in Uferhöhe aufgestaut oder kanalisiert. An einigen Stellen ist die Renaturierung schon sehr gelungen, aber gerade im Innenstadtbereich verschwindet sie geradewegs von der Bildfläche. Hier könnten sich Studenten und kreative Bürger mal austoben und finanzierbare Modelle erarbeiten!?